Messerstecher bei der ODEG

Wer in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske trägt, ist Anfeindungen ausgesetzt. Böse Blicke bin ich gewohnt, aber dass mich wer „abstechen“ will, habe ich seit der Aufhebung der Maskenpflicht nicht mehr erlebt.

Ich befand mich am Sonntagmorgen, den 21. Juli 2024, auf dem Bahnhof Berlin-Friedrichstraße und wartete auf den Regionalzug der ODEG. Ein junger Mann stürmte auf mich zu, wild schimpfend. Als ich fragte, was los sei, baute er sich vor mir auf und brüllte, wie ich denn dazu käme, ihn anzusprechen. Ich bat ihn, einen Schritt zurückzutreten. Er schimpfte weiter. Da begriff ich, dass es um meine Maske ging, über die er sich so aufregte. Der Zug fuhr ein und ich stieg ein.

Kaum war ich drin, setzte er sich dazu. Ich setzte mich weg.

So ging das dreimal. Ich versuchte, die Service-Mitarbeiterin auf ihn aufmerksam zu machen. Sie lief erstmal an ihm vorbei. Als er mir wieder folgte, zeigte ich direkt auf ihn, so dass sie ihn nicht verfehlen konnte. Er beleidigte mich in voller Lautstärke, ich stand mittlerweile ca. zwei Meter entfernt, die Service-Kraft direkt daneben. Er tobte, dass er mich abstechen werde. Die Service-Kraft redete mit ihm und kam dann zu mir, um mir mitzuteilen, dass er versprochen hätte, mir nichts zu tun. Von „abstechen“ hatte sie angeblich nichts gehört.

Zum Glück stieg er in Spandau aus. Ich hatte ihn die ganze  Zeit im Blick, mit Tränengas in der Hand. Eine Frau schimpfte auch noch, als sie das Tränengas sah. Natürlich hätte ich das benutzt, statt mich „abstechen“ zu lassen.

Der junge Mann, der mich wegen meiner Maske am liebsten umgebracht hätte, durfte bis Spandau mitfahren. Ich hatte mehrmals laut darum gebeten, die Polizei zu rufen, es ist nichts passiert. Wer angeblich keinen gültigen Fahrschein hat, fliegt aus dem Zug. Wer andere Fahrgäste umbringen  will, darf weiter mitfahren.

Die ODEG-Service-Mitarbeiterin hat sich übrigens geweigert, mir ihren Namen zu nennen. Die ODEG hat auf  meine Beschwerde nicht reagiert. Man muss sich wohl selbst schützen.

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ODEG entschuldigt sich

Ganz was Neues: Die ODEG entschuldigt sich!

„Sehr geehrter Herr xxx,

vielen Dank für Ihre Geduld, wir hatten jetzt die Gelegenheit mit unserer Servicemitarbeiterin ein Gespräch zu führen.

Diese hat in dem Gespräch zu gegeben einen Fehler gemacht zu haben und wurde von uns dementsprechend nachgeschult und sensibilisiert.

Für die Unannehmlichkeiten, welche Ihnen entstanden sind, bitten wir um Entschuldigung.

Mit freundlichen Grüßen

K. J.
Servicestelle“

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ODEG bedauert

„Sehr geehrter Herr xxx,

wir bedauern shr das es bei Ihrer Fahrt mit der ODEG zu Komplikationen kam.

Wir sind derzeit dabei den Fall intern aufzuarbeiten, bitte haben Sie noch etwas Geduld.

Mit freundlichen Grüßen“

Tippfehler im Original, aus E-Mail der ODEG übernommen.

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Und wieder mal die ODEG. Sie lernen es nicht.

Sie lernen es nicht. Nie. Nachdem ich ein paar Jahre relativ unbehelligt (na gut, ein Kontrolleur überlegte, rumzustänkern, verschwand dann aber) mit der Regionalbahn fahren durfte, die dank Privatisierung in die Hände der ODEG (Ostdeutsche Eisenbahn GmbH, die größte private Eisenbahn im Osten Deutschlands!) gelangt ist, war ich dann mal wieder fällig. „Und der Hund?“ Ich schaute meinen Hund an, der war noch da. „Und wo ist der Fahrschein für den Hund?“ Ich war sofort retraumatisiert, vor mir spulte sich ein Film ab von Daten des Schwerbehindertenausweises ans LAGeSo senden bis Zug stoppen, Zugführer holen, Bahnpolizei rufen… Ja, es ging wieder los. Und ich war dran. Lag es an der Maske? Querdullies unterwegs? Oder am Hund? Hundehasserin? Oder einfach eine Hundertfünzigprozentige in Erfüllung ihres Dienstes? Nur dann müsste sich doch die Tarifbestimmungen kennen? Und dann mit Namensschild, ist das nicht dumm? Ist es die Uniform, die Menschen arrogant und überheblich macht? Dazu noch ein gewisser Mangel an kognitiven Fähigkeiten?

Jedenfalls lief es wie immer, sie hat mich behandelt wie ein Schulkind, mir den Mund verboten, die Beförderungsbedingungen vorgelesen und aus dem Zug geworfen, als ich mich geweigert habe, 12 Euro für einen Fahrschein für den Hund zu zahlen. Für eine Strecke. 12 Euro um mitfahren zu dürfen, obwohl ich keinen Fahrschein brauche? Das riecht nach Erpressung. So fand ich mich halt in Nauen auf dem Bahnhof wieder, wo ich eine Stunde auf den nächsten Zug warten musste. Sie drohte noch damit, der Kontrolleurin des nächsten Zuges Bescheid zu sagen. Diese kontrollierte mich zum Glück (oder mit Absicht?) erst kurz bevor ich endlich angekommen war, und wollte natürlich den Fahrschein für den Hund sehen! Ich erläuterte ihr, wo sie die Tarifbestimmungen des VBB nachlesen kann und konnte unbehelligt den Zug verlassen.

Und ich dachte schon, die hätten ihre Mitarbeiter:innen geschult. Und im Himmel ist Jahrmarkt.

Bahnhof Nauen

Ich durfte eine Stunde auf dem wunderschönen Bahnhof von Nauen verbringen.

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Influcancer 2022

#InfluCancer2022 #Stimmbildung ist zurück! Wieder online, wie Influcancer 2021. Vielleicht nächstes Jahr in Präsenz? 🙂

Die InfluCancer 2022 ist der Kommunikationskongress für die onkologische Patient:innenstimme in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ich freue mich auf jede Menge spannende Inhalte rund um Patient Advocacy, Social Media, Phoneography, interaktive Workshops und aktives Netzwerken. Es wird jedenfalls bunt, fröhlich und voll mit Information.

#influcancer2022 #Stimmbildung

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